Hunde verstehen statt nur trainieren
Hans Brings - Hundetrainer in München

"Meine Leidenschaft sind die Hunde, an die sich sonst keiner herantraut."
Seit über 30 Jahren arbeite ich mit Hunden, bei denen andere nicht mehr weiterkommen – ruhig, präzise und mit einem Blick für das, was oft übersehen wird.
6 Fragen an Hans Brings
Im Gespräch über Motivation, Trainingsphilosophie und die Erfahrungen, die Hans Brings in mehr als drei Jahrzehnten als Hundetrainer gesammelt hat.
Wie bist du zum Hundetraining gekommen?
Alles begann mit meinem eigenen Dobermann. Er war ein schwieriger Hund und entwickelte quasi von heute auf morgen ein ausgeprägtes aggressives Verhalten gegenüber Artgenossen. Zuerst gegen rüden und dann auch gegen Hündinnen. Damals fühlte ich mich hilflos und wusste nicht, an wen ich mich wenden konnte.
Ich suchte Unterstützung in einem Hundesportverein, doch schnell wurde mir klar, dass dort vor allem Ausbildung vermittelt wurde – nicht die Erziehung oder Resozialisierung, die mein Hund gebraucht hätte. Also begann ich, mich selbst intensiv mit Hundeverhalten auseinanderzusetzen und nach Lösungen zu suchen.
Diese Erfahrung hat mein Leben verändert. Sie war der Auslöser dafür, dass ich mich immer tiefer in das Thema eingearbeitet habe und schließlich Hundetrainer geworden bin. Vielleicht liegt mir deshalb bis heute besonders viel an den Hunden, bei denen andere nicht mehr weiterwissen – denn ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, in einer solchen Situation zu sein.
Was treibt dich bis heute an?
Es sind nicht die schwierigen Hunde, die mich antreiben – sondern die Hilflosigkeit der Menschen und die Ungerechtigkeit, die daraus oft für die Hunde entsteht.
Ich sage oft: „Wo Wissen aufhört, beginnt Gewalt.“ Viele Menschen handeln nicht aus böser Absicht, sondern aus Unsicherheit oder fehlendem Wissen. Die Leidtragenden sind dabei häufig die Hunde.
Genau deshalb habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, mein Wissen über Verhalten, Erziehung und Resozialisierung kontinuierlich zu erweitern und an andere weiterzugeben. Mein Ziel ist es, Menschen zu helfen, ihre Hunde besser zu verstehen und fair mit ihnen umzugehen – denn davon profitieren am Ende beide Seiten.
Wie erkennst du so schnell, wo das eigentliche Problem liegt?
Mit den Jahren entwickelt man einen geschulten Blick. Ich achte darauf, wie Mensch und Hund miteinander umgehen, wie sie kommunizieren, wie sie sich berühren und wie sie aufeinander reagieren.
Im Hintergrund läuft dabei für mich eine Art Bewertungssystem ab – geprägt von Mitgefühl und Verständnis für beide Seiten. Denn ein guter Hundetrainer sollte nicht nur Hunde mögen, sondern auch Menschen verstehen.
Ich versuche immer, die Ursache für eine Schieflage in der Mensch-Hund-Beziehung zu erkennen. Genau das hilft mir, Probleme oft schnell einzuordnen und individuelle Lösungen zu finden.
Welche Fehler beobachtest du im Umgang mit Hunden besonders häufig?
Es gibt viele Missverständnisse zwischen Mensch und Hund. Einer der häufigsten Fehler ist, dass Hunde zum falschen Zeitpunkt Aufmerksamkeit bekommen oder für ein aus Hundesicht korrektes Verhalten korrigiert werden. Lob und Konsequenzen kommen oft nicht im richtigen Moment – weil schlechtes Timing - und genau das führt zu Verwirrung.
Außerdem werden Erziehung und Ausbildung häufig miteinander verwechselt. Viele konzentrieren sich auf Kommandos wie „Sitz“ oder „Platz“, obwohl zunächst die Grundlagen der Erziehung und eine stabile Mensch-Hund-Beziehung im Vordergrund stehen sollten.
Für mich sind Timing, Verständnis, Wissen über Lernverhalten von Hunden, Wissen über Körpersprache von Hunden und richtige Kommunikation entscheidend. Nur so kann ein Hund wirklich lernen, was von ihm erwartet wird.
Was ist dir im Training besonders wichtig?
Mir ist wichtig, dass Menschen die Bedürfnisse ihres Hundes verstehen und lernen, im richtigen Moment zu handeln. Gutes Timing ist einer der entscheidenden Faktoren im Hundetraining.
Genauso wichtig ist für mich ein stabiles Fundament in der Erziehung. Dazu gehören Deckentraining, Leinenführigkeit, ein zuverlässiger Rückruf und ein klares Abbruchsignal. Diese Eckpfeiler geben dem Hund Orientierung und schaffen die Basis für einen entspannten Alltag.
Wer diese Grundlagen konsequent aufbaut, kann Tendenzen zu Verhaltensauffälligkeiten von Anfang an vermeiden oder deutlich verbessern.
Gibt es einen Fall, der dich besonders bewegt hat?
Es gibt viele Hunde, die mich bewegt haben – besonders aus meiner Zeit im Tierheim München. Einige von ihnen kamen bereits als Junghunde ins Tierheim München und verbrachten dort fast ihr gesamtes Leben.
Viele Tierheim Hunde hatten ein hohes Aggressionspotenzial, eine ausgeprägte Ressourcenproblematik oder reagierten extrem schnell auf ihre Umwelt. Über Jahre hatten sie gelernt, Konflikte mit Aggression zu lösen, weil ihnen nie eine andere Strategie vermittelt wurde.
Gerade solche Fälle zeigen mir immer wieder, wie wichtig es ist, nicht nur das Verhalten zu bewerten, sondern die Geschichte dahinter zu verstehen. Mit Geduld, Fachwissen und der richtigen Herangehensweise lassen sich oft Entwicklungen erreichen, die anfangs kaum vorstellbar erscheinen.
Erfahrung, die über klassisches Hundetraining hinausgeht
Über 30 Jahre Erfahrung im Hundetraining
Arbeit mit Hunden aller Art – vom Familienhund bis zu anspruchsvollen verhaltensauffälligen Hunden.
Gründer der Hundeschule WauSchlau (seit 1998)
Langjährige Begleitung von Mensch-Hund-Teams im Alltag.
Erfahrung im Hundesport (VPG)
Teilnahme an regionalen Meisterschaften, Deutschen Meisterschaften und Weltmeisterschaften mit verschiedenen Hunderassen.
Lizenzierter La-Ko-Ko Trainer (seit 2009)
Einer der wenigen zertifizierten Trainer in Deutschland.
Arbeit im Tierheim (über 20 Jahre)
Resozialisierungstraining und Training von verhaltensauffälligen Hunden.
Anerkannter Hundesachverständiger
Erstellung von Gefahrengutachten und durchführen von Wesenstests für Behörden und Veterinärämter.
Erfahrung und Qualifikationen
Hans arbeitet seit über 30 Jahren mit Hunden – mit einem Schwerpunkt auf anspruchsvolle Fälle, Verhaltensanalyse und alltagstaugliches Training.
Erfahrung
Über 30 Jahre Erfahrung im Umgang mit Hunden – vom Familienhund bis zu komplexen Verhaltensfällen.
- Aktiver Hundeführer und Ausbilder im Schutzhundesport (1996–2017)
- Teilnahme an nationalen und internationalen Wettbewerben bis hin zu Weltmeisterschaften
Spezialisierung
Über 20 Jahre Arbeit im Tierheim München – Training und Resozialisierung von schwierigen und verhaltensauffälligen Hunden
- Durchführung von Verhaltensanalysen und Wesensbeurteilungen
Zertifikat
- Hundetrainer nach §11 (seit 2014)
- Lizenzierter La-Ko-Ko Trainer (seit 2009)
Gutachter & Verantwortung
- Anerkannter Hundesachverständiger
- Freier und unabhängiger Gutachter im Hundewesen (seit 2021)
Erstellung von Gutachten für Behörden und Veterinärämter
